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Allein im Schornstein PDF Drucken

Thomas Schmid, Berliner Zeitung, 06.09.2012


In einem abgelegenen Tal im Piemont treffen sich Kaminfeger aus aller Welt. Sie gedenken der Kinder, die einst zum Säubern der Schlote durch Europa zogen.


VAL VIGEZZO. Kastanienwälder vor sich auftürmenden Bergketten, Dörfer mit engen Gassen, alte Häuser mit Dächern aus grauem Granit, nur hier und da ein herrschaftliches Gebäude mit Stuck und Resten farbiger Fresken, das davon zeugt, dass ein Emigrant es einst in der Ferne zu etwas Wohlstand gebracht hat. Das Val Vigezzo, ein Tal in den italienischen Alpen, im Piemont, an der Grenze zum Schweizer Tessin, trägt den Beinamen Valle dei Pittori, Tal der Maler. Von der Natur mit Schönheit gesegnet, hat es viele Künstler hervorgebracht und viele Touristen angezogen. Das ist die eine, die helle Seite des Tales. Die andere Seite, die dunkle, gehört heute weitgehend der Vergangenheit an. Aber einmal im Jahr, in den ersten Septembertagen, wird ihrer gedacht.


Auch Takeo Onozowa ist nach Malesco gekommen, in eines der sieben Dörfer des Val Vigezzo. Sein Gesicht hat er mit Ruß geschwärzt. E

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Chinacittà PDF Drucken

Thomas Schmid - Das Magazin – 34/2007 (Fotos: Beatrice Künzi)

Nicht genug, dass die Chinesen die Spaghetti erfunden haben wollen. Nun breiten sich Vorboten der expandierenden Weltmacht in Italiens Städten und Wirtschaft aus. Schon heisst es: basta!

Ein kleines Missverständnis, eine falsch verstandene Geste kann schnell zum Streit entarten, wenn man sich nicht kennt, wenn man sich misstraut. Und so klebt nun an vielen Schaufenstern der Mailänder Via Sarpi ein Plakat: «Spucken ist unhygienisch, gehört sich nicht, ist strafbar.» Nicht, dass die Inhaber des Modegeschäfts Ri Xhin Fashion, der Import-Export-Firma Bai Yi Dian, der Handelsfirma Xin Xing oder des Sojakäsegeschäfts Da Zhang Angst um die Sauberkeit ihrer Läden hätten. Die chinesischen Geschäftsleute bitten bloss ihre Kundschaft, auf die Empfindlichkeiten der Italiener Rücksicht zu nehmen. In Peking ist es gang und gäbe, dass einer dem andern vor die Füsse spuckt. Ein Mailänder hingegen könnte die Spucke als feindliches Geschoss auffassen, und dann droht womöglich ein clash of civilizations.

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Die Hüter von Atlantis PDF Drucken
THOMAS SCHMID - TAZ-18.9.2004
Die Mittelmeerinsel Lampedusa, hundert Kilometer von Tunesien entfernt, zweihundert von Sizilien, ist ein Paradies für Taucher - und Anlaufstelle für die meisten nordafrikanischen Flüchtlinge, die mit altersschwachen Booten in Richtung Europa aufbrechen

Salvatore, von Beruf Fischer, in der Freizeit Hobbyhistoriker, hat die Geschichte so gründlich recherchiert, wie es seine begrenzten Mittel erlaubten. Er ist überzeugt: Die Insel Lampedusa ist ein Überbleibsel des im Meer verschwundenen sagenumwobenen Atlantis. Diodor, der griechische Historiker, der vor über zweitausend Jahren auf Sizilien sein vierzigbändiges Geschichtswerk verfasste, habe beschrieben, wie ein Stamm kriegerischer Frauen aus Libyen unweit der afrikanischen Küste gegen die Atlanter kämpften.
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Fernandos Tipp PDF Drucken
Thomas Schmid - Berliner Zeitung - 18.09.1999

Wie ein unerwarteter Lottogewinn ein apulisches Fischerdorf verändert hat


Denkmäler künden in der Regel von großen Männern oder wichtigen Ereignissen. Auch Peschici, ein kleines Fischernest in Apulien, am äußersten Ende des Sporns des italienischen Stiefels, hat einen großen Mann hervorgebracht: Giuseppe Libetta. Er war "Kapitän des ersten Dampfschiffs, das es wagte, das Mittelmeer zu überqueren", wie eine Gedenktafel in einer der engen Gassen für die Nachgeborenen festhält. Und wichtige Ereignisse waren in diesem abgeschiedenen Dorf, in dem der Rhythmus der Jahreszeiten noch das Leben der Menschen bestimmt, eben die Kriege. "Für den ehrenwerten Mann ist es eine schöne und göttliche Sache, als Soldat für das Vaterland zu sterben", so steht es im kleinen Park vor dem Rathaus ins Denkmal für die uniformierten Opfer des Ersten Weltkrieges gemeißelt, "sie fielen im Kampf für die Größe Italiens 1915 1918." Ein Vierteljahrhundert später gab man sich nüchterner. "Gefallen für das Vaterland", heißt es auf einem weiteren Gedenkstein, "in Afrika 1935 1936, in Spanien 1937 1938, im Zweiten Weltkrieg 1940 1945." Monumente der Erinnerung, wie man sie in Italien fast überall antrifft.
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Der Blick in die Welt, Thomas Schmid