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Venezuela


König Hugo und die fünf Motoren PDF Drucken
Thomas Schmid - DIE ZEIT, 26.07.2007 Nr. 31
Mit Orwellscher Rhetorik versucht Venezuelas Präsident Chávez seine Macht auf Lebenszeit zu zementieren – und schafft sich dafür seine eigene Armee.

Caracas - Die Revolution gebiert ihre eigene Sprache. Eine geschlagene Stunde lang hat Gustavo erzählt, wie hier in Urdaneta, einem der zahllosen Armenviertel, die am Rande von Caracas unaufhaltsam den Berg hochwachsen, die Hoffnung Einzug gehalten hat. Er hat über die kubanischen Ärzte berichtet, die ihre Dienste kostenlos anbieten, über die staatlichen Läden, die Grundnahrungsmittel zu erschwinglichen Preisen offerieren, über Venezuelas Präsidenten Hugo Chávez und seine bolivarische Revolution. »Wir werden nie zulassen, dass man zu den alten Zuständen zurückkehrt«, schwört Gustavo und setzt sich die rote Baseballmütze auf. Dann sagt er, als sei es das Selbstverständlichste der Welt, er müsse jetzt gehen – zur »Versammlung der Brigadisten des dritten Motors«. – »Wie bitte?« – »Na ja, Moral und Licht eben«, erklärt er, entschuldigt sich, gibt die Hand und entschwindet.
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Der Messias von Caracas PDF Drucken

Thomas Schmid, DIE ZEIT, 12.08.2004, Nr. 34


Am Sonntag stimmt Venezuela über seinen Präsidenten Hugo Chávez ab: Bleibt er im Amt – oder muss er zurücktreten? Das Land ist tief gespalten. Chávez ist der Held der Armen und der Albtraum des Bürgertums

Ein einfacher Holztisch, dahinter ein Stuhl und darauf ein bulliger Mann in rotem Hemd. Die Hände hat er wie zum Gebet gefaltet, die Augen geschlossen. Ein letzter Akt der Konzentration. Die Kameras sind aufgebaut, es kann losgehen. Venezuelas Präsident Hugo Chávez moderiert seine sonntägliche Fernsehsendung. Es ist die 199. Folge von Aló presidente - "Hallo, Präsident". Es ist seine vorletzte Show, behauptet die Opposition optimistisch.

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Der Blick in die Welt, Thomas Schmid